
Eine zweite Rezension
Vor kurzem verfasste ich eine Rezension über die Museums-App von museum.de, die bedauerlicherweise wenig positiv ausfiel. Da dies ein etwas verzerrtes Bild des Angebots von museum.de abgeben könnte, habe ich mich entschlossen, das Museumsportal von Uwe Strauch aus Xanten als Ganzes unter die Lupe zu nehmen. Dieses hinterlässt in meinen Augen – das sei vorweg genommen – einen ganz anderen Eindruck als die App.
Was ist museum.de?
Als Museumsportal offenbart museum.de zwei Schwerpunktfelder. Zum einen versteht es sich als Museumsdatenbank, die Informationen über Museumseinrichtungen in Deutschland zusammenträgt und dem internetaffinen Publikum präsentiert. Die Daten der Museen werden dabei von diesen selbst oder deren Partnern eingepflegt. Genannt werden hierfür folgende Berechtigte: Museen, Stadtverwaltungen, offizielle Tourismusbüros der Städte sowie Hochschulen und Schulen mit Projekten in Kooperation mit obigen Einrichtungen. Die zentralen Bestandteile der Datenpflege sind die Stammdaten des Museums mit Bild, Ausstellungstermine und Termine, Nachrichten, Bildergalerien sowie Audioguides. Der Service ist kostenlos, optional kann ein Banner auf Website und App gemietet werden.
Der andere Schwerpunkt von museum.de ist die Herausgabe eines Magazins. Es erscheint seit April 2010 mehrfach jährlich und liegt aktuell in der 31. Ausgabe vor. Inhaltlich konzentriert sich das Printmedium vor allem auf die Vorstellung von Museen und Ausstellungen. Zudem macht sich Herr Strauch darum verdient, Museen in der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Unter dem Titel MUSEUMSWELT organisiert er einen Gemeinschaftsstand auf der ITB in Berlin, mit dessen Hilfe sich gerade kleinere Einrichtungen, die sich keinen eigenen Auftritt bei der Messe leisten können, auf großer Bühne präsentieren können.
Funktionalität und Usability der Website
Wie Website von museum.de wirkt übersichtlich und wohltuend zurückhaltend designed. Als Diplominformatiker weiß Uwe Strauch, worauf er bei der Gestaltung und Usability zu achten hat. Die Startseite bietet einen Überblick über die komplette Funktionalität der Website, die man über das Hauptmenü erreichen kann.
Die Suche kann nach Ort oder Museum vorgenommen werden. Die Darstellung wird dann übersichtlich in einer interaktiven Karte dargestellt, die man nach Belieben zoomen kann. Die Suche nach Orten zeigt auch die Einrichtungen der Umgebung. Die eingezeichneten Museen scheinen in bemerkenswerter Vollständigkeit eingetragen zu sein. Klickt man allerdings auf ein konkretes Museum, so offenbarter sich ein Problem, das auch vergleichbare Angebote zurzeit noch mit sich tragen: Nur ein Bruchteil der Museen ist wirklich mit den eigenen Inhalten auf museum.de präsent. Bei den meisten Treffern erhält man nur die Adresse des Hauses.
Die Bereiche Termine und News zeigen sich gut gefüllt und aktuell. Eine bemerkenswerte Informationsfülle rund um das Thema Museum! Die beteiligten Museen scheinen hier das Angebot gut anzunehmen. Auch mehrere Dutzend Audioguides kann man sich am heimischen Rechner anhören. Ihren vollen Nutzen entfaltet so ein Angebot indes erst vor Ort mit Hilfe einer mobilen App. Nachhaltiger ist da schon die große Fülle an Videos, die über die museumseigenen YouTube-Kanälen eingebunden sind. Besonders erwähnenswert: Alle 31 Magazine von museum.de sind online durchblätterbar und vollständig lesbar.

Fazit
Von meiner Seite gibt es eine ganz klare Empfehlung für den Internetauftritt von museum.de. Das Portal setzt auf den Trend, dem Kulturinteressierten eine zentrale und überregionale Anlaufstelle für Informationen über alle Arten von Museen zu bieten. Ein ähnliches Angebot bietet seit 2017 PROXIPEDIA. Ob der Museumsbesucher einem solchen Drittanbieter-Angebot gegenüber den hauseigenen Quellen der Museen den Vorzug gibt, hängt entscheidend von der Qualität, aber auch von der Vollständigkeit der Informationen ab. Gerade bei letzterem habe beide Portale, museum.de und PROXIPEDIA noch viel Luft nach oben. Die großen Häuser dazu zu bewegen, sich an dem Projekt zu beteiligen, wird in der Zukunft die größte Herausforderung sein.
Sinnvoll ergänzt wird das Online-Angebot von museum.de durch das Magazin. Auch das Projekt der MUSEUMSWELT auf der ITB fördert sicher die Kundenbindung und die Identifikation mit dem Projekt. Zwingend notwendig ist meiner Ansicht nach allerdings die Überarbeitung der veralteten Museums-App, der ich bei meiner Rezension keine guten Noten ausstellen konnte. Die Bedeutung der mobilen Nutzung von Online-Diensten ist auch im Kultursektor nicht mehr weg zu diskutieren und dürfte vor allem bei spontanen Reisenden einen hohen Nutzwert besitzen.