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Website oder Blog planen: Domain, Hosting, CMS

Posted on – zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2026
Webhosting

Einführung ins Webhosting

Als Webdesigner erreichen mich häufig Anfragen, was zu Beginn einer Planung für eine Website oder einen Blog zu tun ist. Eine erste kurze Erstberatung mit einer Einführung in die Thematik des Webhostings biete ich dabei sehr gerne an. Hier wollen wir Materie einen Schritt vertiefen. Zugegeben: Wer damit noch nie in Berührung gekommen ist, steht schnell vor einigen grundlegenden Fragen. Auf der anderen Seite ist es kein Hexenwerk, wenn man die wichtigsten Entscheidungen der Reihe nach trifft.

Dieser Blogartikel soll daher einen Überblick über die notwendigen Schritte bei der Auswahl von Domain, Hosting und Content Management System (CMS) geben. Diese Entscheidungen lassen sich nicht pauschal treffen, sondern müssen im Kontext des jeweiligen Projekts gesehen werden. Dabei spielen neben Kosten und technischer Ausstattung auch Fragen nach Sicherheit, Wartbarkeit, Datenschutz, Ladezeit, Backups und langfristiger Unabhängigkeit eine Rolle.

Domain wählen

Sollten Sie bereits über eine eigene Domain, also Internetadresse wie www.zeilenabstand.net, verfügen, weil Sie sie schon vor Jahren gesichert haben oder bereits eine Website betreiben, ist dieser Punkt in vielen Fällen geklärt. Eine neue Domain registriert man häufig direkt über den Hoster, bei dem man auch den Webspace oder das Hosting-Paket bucht. Die Strategie, Webhosting und Domainregistrierung voneinander zu entkoppeln, ist nur in Spezialfällen anzuraten.

Eine Domain sollte man nicht leichtfertig wechseln. Ein Domainwechsel kann erhebliche Folgen für Sichtbarkeit, Backlinks, gespeicherte Lesezeichen und die Wiedererkennbarkeit einer Website haben. Wenn die bisherige Adresse aber unpassend, schwer merkbar oder strategisch nicht mehr sinnvoll ist, kann der Start eines neuen Website-Projekts der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel sein. Wichtig ist dann eine saubere technische Umsetzung: Bestehende Inhalte sollten möglichst eindeutig auf die neuen URLs weitergeleitet werden, in der Regel per 301-Weiterleitung. Je nach Umfang und Struktur von alter und neuer Website kann das aufwendig werden und sollte sorgfältig geplant oder von Fachleuten umgesetzt werden.

Welche Strategien man bei der Auswahl der neuen Domain heranziehen kann, zeige ich in einem weiteren Blogartikel. Grundsätzlich gilt aber, dass die Adresse kurz und einprägsam sein sowie zum Inhalt der Website passen sollte. Häufig ergibt sie sich bereits aus dem Namen der Institution, für die die Website erstellt wird. In den meisten Fällen wird sich als Domainendung die Länderkennung anbieten, in Deutschland also .de. Aber auch .eu wird immer beliebter, wenn man international aufgestellt ist. Mögliche Alternativen: .net oder .info. Entscheidend ist weniger ein vermeintlicher SEO-Vorteil der Endung, sondern vielmehr, ob die Adresse zur Zielgruppe passt und Vertrauen schafft.

Webhosting

Hoster finden

Beim Hoster mietet man den Speicherplatz und die technische Infrastruktur, auf der die eigene Website betrieben wird. Der Anbieter sorgt dafür, dass die Website möglichst dauerhaft erreichbar ist. Je nach Tarif unterscheiden sich jedoch Leistung, Geschwindigkeit, Support, Sicherheitsfunktionen und Zusatzleistungen erheblich. Die Domain kann häufig direkt beim Hoster mitregistriert werden, zwingend notwendig ist das aber nicht. Für einfache Websites reichen oft günstige Shared-Hosting-Pakete. Wer mehr Performance, besseren Support, automatische Backups, Staging-Umgebungen oder spezialisiertes WordPress-Hosting benötigt, muss mit höheren monatlichen Kosten rechnen. Entscheidend ist daher nicht allein der Preis, sondern ob das Paket zum Projekt passt.

Die Wahl des richtigen Hosters ist oft schwieriger als gedacht. Wie bei Telefon-, Internet- oder Mobilfunkverträgen unterscheiden sich Anbieter nicht nur im Preis, sondern auch bei Zuverlässigkeit, Support und Bedienbarkeit. Vergleichsportale können einen ersten Überblick geben, sollten aber kritisch gelesen werden, weil Empfehlungen nicht immer unabhängig sind und sich Tarife schnell ändern. Für Einsteiger lohnt es sich, besonders auf guten Support, aktuelle technische Voraussetzungen, SSL-Zertifikate, Backups, transparente Preise und Datenschutz zu achten. Wer mit WordPress arbeiten möchte, sollte außerdem prüfen, ob der Hoster aktuelle PHP- und Datenbankversionen sowie eine unkomplizierte WordPress-Installation anbietet. Zu diesem Zweck lohnt vielleicht auch mal der Blick auf ein Webhosting-Vergleichsportal. Im Übrigen empfehle ich den aktuellen Hostingvergleich von Finn Hillebrandt.

Persönliche Erfahrungen

Gerne gebe ich hier aber eigene Erfahrungen und die von Kollegen, die in der Internetbranche tätig sind, weiter. Generell möchte ich bei den ganz großen Massenhostern mit bekannten Namen zur Zurückhaltung raten. Insbesondere mit Strato oder IONOS habe ich jahrelange Erfahrungen mit äußerst bescheidenen Ladezeiten und schlechter Bedienbarkeit, die nicht nur theoretischer Natur sind, sondern sich in der täglichen Arbeit niederschlagen. Andere Webmaster bemängeln immer wieder technische Mängel.

Positive Erfahrungen kann ich über Raidboxes, Webgo und All-Inkl weitergeben. Bei Raidboxes bezahlt man allerdings für viel Know-how und absolute Spitzenleistungen im Hinblick auf Geschwindigkeit gehobene Preise. Nicht jeder ist bereit, das bei kleinen Projekten zu zahlen. Ich selbst nutze All-Inkl bei zahlreichen eigenen und Kundenprojekten und schätze dort das Verhältnis aus Leistung, Preis und Zuverlässigkeit. Man darf sich allerdings nicht von der teils angestaubten Benutzeroberfläche abschrecken lassen, die in jüngster Vergangenheit ein überfälliges Update erhalten hat. Letztlich kommt es wie so häufig bei einem breiten Angebot auch auf die eigenen Gewohnheiten und Vorlieben an, welchen Hoster man schließlich wählt. Wer unsicher ist, sollte nicht nur Vergleichsportale lesen, sondern auch aktuelle Erfahrungsberichte, Testzugänge und die Reaktionsgeschwindigkeit des Supports prüfen.

Die technischen Details

Ich möchte am Beispiel des Angebots von All-Inkl aufzeigen, worauf Sie bei der Buchung eines Tarifs unbedingt achten sollten. Die vielen technischen Angaben wirken für angehende Webmaster zunächst sehr verwirrend, aber wenn man sich auf die wesentlichen Dinge konzentriert, bleibt es überschaubar. Die meisten Hoster stellen bei der Vorstellung ihrer Tarife ähnliche Schwerpunkte, sodass die folgenden Ausführungen leicht auf andere Anbieter zu übertragen sind. Ich greife diejenigen Angaben heraus, die regelmäßig am Anfang der langen Liste an Leistungsangaben stehen oder die für den durchschnittlichen Webseitenbetreiber von hoher Relevanz sind. Greifen wir den Tarif PrivatPlus für derzeit 7,95 € heraus. Dieses Paket bringt alles mit, was der ambitionierte Einsteiger benötigt:

  • Domains inklusive
    Die Zahl gibt an, wie viele Domains man kostenlos mit dem Paket registrieren kann. Aus welchen Domainendungen man dabei wählen darf, ist ebenfalls angegeben. Sollte die Anzahl nicht ausreichen oder eine exotische Domainendung nötig sein, entstehen Zusatzkosten, die meist nur gering ausfallen.
  • Subdomains
    Subdomains können sinnvoll sein, wenn Bereiche einer Website technisch oder organisatorisch getrennt werden sollen. Das könnte etwa der Fall sein, wenn man zusätzlich zur eigentlichen Website einen Shop, einen Blog oder ein Forum betreibt. Die Subdomains dazu könnten dann so aussehen: shop.zeilenabstand.net oder blog.zeilenabstand.net. Die Anzahl der bei den Tarifen zur Verfügung stehenden Subdomains ist üblicherweise mehr als ausreichend.
  • Speicherplatz
    Der Speicherplatz ist bei den meisten Hostingpaketen sehr großzügig dimensioniert und wird erst dann von Interesse, wenn wir große Videos oder umfangreiche Medienarchive auf dem Server hinterlegen. Texte, Bilder, PDF-Dateien benötigen meist deutlich weniger Platz, als Hostingpakete bereitstellen. Rechenbeispiel: Wenn wir nicht verkleinerte Fotos aus unserer Digitalkamera in einer durchschnittlichen Größe von 5 MB zum Download für die Besucher ablegen würden, würde ein Speicherplatz von 100 GB für rund 20.000 Aufnahmen reichen.
  • Traffic FLAT
    Eine Traffic-Flatrate klingt beruhigend, ist aber nicht die einzige relevante Größe. Bei stark besuchten Websites zählen auch Serverleistung, Arbeitsspeicher, Datenbankleistung, Caching und mögliche Fair-Use-Regeln des Hosters. Von Angeboten ohne Traffic-Flatrate sollte man Abstand nehmen.
  • E-Mail-Postfächer
    Viele Hostingpakete enthalten zahlreiche E-Mail-Postfächer, die selbst für größere Institutionen, bei denen jeder Mitarbeiter ein eigenes Postfach erhalten soll, ausreichend sind. Wichtiger als die reine Anzahl sind Speicherplatz pro Postfach, Spamfilter, Weiterleitungen und die einfache Einrichtung.
  • Kunden je Server
    Bei Shared Hosting teilen sich mehrere Kunden denselben Server. Das ist für kleine und mittlere Websites vollkommen normal. Je stärker ein Server ausgelastet ist, desto eher können aber Performance-Schwankungen entstehen. Für größere oder geschäftskritische Projekte können Managed Hosting, VPS oder ein eigener Server sinnvoll sein, wobei wir uns da aber in einer ganz anderen finanziellen Liga bewegen.
  • MySQL/MariaDBDatenbanken
    Die meisten Anwendungen wie Content Management Systeme können nur dann auf dem Server betrieben werden, wenn das Anlegen von Datenbanken möglich ist. Für mehrere getrennte Projekte (Website, Shop, Forum, Tracking-Tool etc.) sollte man entsprechend mehrere Datenbanken einplanen – auch wenn dies technisch nicht zwingend notwendig ist. Entscheidend ist außerdem, dass der Hoster aktuelle MySQL- oder MariaDB-Versionen anbietet.
  • SSL-Zertifikate bzw. HTTPS
    SSL-Zertifikate sind heute aus vielerlei Gründen (Sicherheit, Datenschutz, Suchmaschinenoptimierung) Pflichtstandard für seriöse Websites. Kostenlose Let’s-Encrypt-Zertifikate reichen für viele normale Websites aus und sollten sich ohne zusätzliche Kosten direkt im Hosting-Paket aktivieren lassen. Solche Zertifikate sind mittlerweile aus vielerlei Gründen (Sicherheit, Datenschutz, Suchmaschinenoptimierung), die wir an dieser Stelle nicht näher besprechen können, fast notwendiger Standard. Bei sehr anspruchsvollen Projekten sollte über andere SSL-Zertifikate mit mehr Optionen nachgedacht werden.

Natürlich führen die Angebote noch unzählige weitere technische Details auf, die bei Projekten von Relevanz sein können (z. B. aktuelle PHP-Version, automatische Backup-Routinen). Einige davon sind für Einsteiger nicht so entscheidend, andere ohnehin in der Regel mit an Bord, wenn man nicht auf zu günstige Hosting-Pakete zurückgreift.

Das passende Content Management System

Vielfalt an kostenlosen CMS

Die letzte Frage, die vor dem Start einer Website geklärt werden sollte, ist die nach dem passenden Content-Management-System. Viele Websites werden heute mit einem CMS betrieben, weil Inhalte damit ohne Programmierkenntnisse erstellt, bearbeitet und verwaltet werden können. Einen Überblick über die Verbreitung verschiedener Systeme bieten Statistiken wie W3Techs. Dabei zeigt sich auch, dass neben klassischen CMS inzwischen Baukastensysteme, Shopsysteme und Plattformen eine große Rolle spielen.

Bei Websites mit integrierter Blogfunktion ist WordPress für viele Projekte weiterhin die naheliegende Wahl. Die Vorzüge dieses Systems, das ursprünglich genau für diesen Zweck entwickelt wurde, sind gerade für Neulinge von Bedeutung. Das CMS ist weit verbreitet, gut dokumentiert, vergleichsweise einsteigerfreundlich und verfügt über ein großes Ökosystem aus Themes, Plugins, Erweiterungen und Dienstleistern. Auch für klassische Websites bietet WordPress inzwischen umfangreiche Möglichkeiten, insbesondere seit der Einführung des Gutenberg-Editors, sodass es für viele kleine und mittlere Projekte eine ausgezeichnete Lösung sein kann.

Neben WordPress gehören Joomla, TYPO3, Contao und Drupal zu den meistgenutzten Systemen. Ihr Einsatz kann etwa bei komplexen Redaktionsstrukturen, mehrsprachigen Angeboten, großen Institutionen oder speziellen technischen Anforderungen sinnvoll sein. Ihre Vorzüge und Nachteile abzuwägen, würde den Blogbeitrag sprengen. Ich habe dies in einem gesonderten Artikel speziell für den Kultursektor getan. Sie sollten aber stets im Blick behalten, dass komplexere CMS wie TYPO3 oder Drupal vor allem dann eingesetzt werden sollten, wenn Projektumfang, Budget und Betreuung dazu passen.

Hinweis zu Baukastensystemen

Ein letzter Hinweis: Verwechseln Sie klassische Content-Management-Systeme nicht mit Website-Baukästen. Baukastensysteme wie Wix, Jimdo, Squarespace, Webflow oder WordPress.com können für einfache Websites, Portfolios, kleine Unternehmensseiten oder Landingpages durchaus sinnvoll sein. Sie lassen sich oft schnell umsetzen, bieten fertige Designs und nehmen Betreibern viele technische Aufgaben ab. Dafür bezahlt man allerdings häufig mit weniger Freiheit. Erweiterbarkeit, individuelle Funktionen, technische Optimierung und spätere Systemwechsel sind meist stärker eingeschränkt als bei einem selbst gehosteten CMS. Auch laufende Kosten, Datenschutz, Schnittstellen und die Abhängigkeit vom jeweiligen Anbieter sollten vorab geprüft werden. Für private Projekte oder sehr einfache Websites kann ein Baukastensystem aber eine mögliche Lösung darstellen. Für langfristig angelegte, wachsende oder individuellere Projekte ist ein selbst gehostetes CMS oft die nachhaltigere Wahl.

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen WordPress.org und WordPress.com: WordPress.org steht für die freie WordPress-Software, die als CMS auf eigenem Webhosting installiert wird. WordPress.com ist dagegen eine gehostete Plattform auf Basis von WordPress, bei der Hosting, Wartung und viele technische Rahmenbedingungen vom Anbieter vorgegeben werden. Damit ähnelt WordPress.com eher einem Baukastensystem als einer frei selbst gehosteten WordPress-Installation.

Die Rolle des Webdesigners

Spätestens an diesem Punkt beginnt die Arbeit eines Webdesigners oder einer Webagentur. Ein guter Dienstleister setzt nicht einfach nur eine Website um, sondern erklärt im Vorfeld die Vor- und Nachteile der verschiedenen Lösungswege und spricht Empfehlungen aus, die zum jeweiligen Projekt passen. Ich selbst lege bei Kundenprojekten großen Wert darauf, dass der Kunde seine Website so unabhängig wie möglich betreiben kann. Domain, Hosting und wichtige Zugänge sollten deshalb auf den Namen des Kunden registriert sein und nicht dauerhaft an einen einzelnen Dienstleister gebunden bleiben.

Die inhaltliche Pflege ist vielen Kunden nach einer Schulung und mit einem verständlichen Handbuch in einem gewissen Umfang gut zuzutrauen. Die technische Wartung sollte dagegen in den Händen einer Fachkraft bleiben. Dazu gehören regelmäßige Updates, Backups, Sicherheitsprüfungen, die Kontrolle von Plugins und Themes sowie die Behebung von Problemen nach Aktualisierungen. Ein aktuelles, gepflegtes System ist eine wichtige Voraussetzung für Sicherheit, Stabilität und langfristige Nutzbarkeit der Website. Gerade bei selbstgehosteten CMS wie WordPress sollte Wartung daher nicht als lästige Nebensache verstanden werden, sondern als fester Bestandteil des Websitebetriebs integriert sein.

2 Kommentare zu “Website oder Blog planen: Domain, Hosting, CMS

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